Ausführliche Informationen zum Festival finden sich auf der Website https://zuerich-tbilissi.ch/

Das interdisziplinäre georgische Kulturfestival „Brücke: Zürich–Tbilissi“ hat zum Ziel, die aktuelle Kunst- und Kulturszene von Georgien zu präsentieren, den kulturellen Dialog zwischen beiden Ländern zu vertiefen und ein Netzwerk der Zusammenarbeit zu schaffen. Gründerin und Leiterin des Festivals ist die Vereinspräsidentin Elene Chechelashvili, die das Programm in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturinstitutionen in der Schweiz und in Georgien plant und durchführt.

Programm 1.4.–10.4.2023

Kunst

1.4.2023 / Holoseum Tbilissi
Eröffnung der immersiven Ausstellung über Ferdinand Hodler und Paul Klee

Paul Klee und Ferdinand Hodler haben die Schweizer Kunst massgebend mitgeprägt und sind zwei der bedeutendsten Maler des Landes. Eine fantastische Ausstellung, die ihre imposante Arbeit aus einer anderen Perspektive erlebbar macht. Künstlerkollektiv Projektil kreiert mithilfe von hochmodernen Videoprojektoren eine multimediale Lichtshow, in der die überdimensionalen Gemälde der Schweizer Künstler Ferdinand Hodler und Paul Klee wie von Zauberhand über die Wände und Böden der Halle huschen. Berge und Burgen,
Bäume und Bäche erwachen zum Leben und ermöglichen ein Erlebnis, das nicht nur Kunstinteressierten lange Zeit in Erinnerung bleiben wird. Die Bezeichnung «immersiv» leitet sich vom Wort Immersion ab, was so viel wie Eintauchen bedeutet. Und genau das passiert den Zuschauer:innen. Man taucht ein in die Werke von Klee und Hodler. Die knapp 40-minütige Aufführung verbindet Malerei und Musik in Perfektion, sodass die Zuschauer:innen das Gefühl für Raum und Zeit völlig verlieren.

5.4.2023 / CCA – Center of Contemporary Art – Tbilisi
Phoenix Philosophy Café

Die in Zürich lebende Künstlerin Ilaria Vinci präsentiert einen abgewandelten Ableger der Ausstellung «Phoenix Philosophy Café», die bis im Sommer 2023 im Zürcher Cabaret Voltaire zu sehen ist. Die Ausstellung wird durch verschiedene Veranstaltungen aktiviert.

Neben Kunstwerken stehen die «Chronicles of the Phoenix Fireplace» im Zentrum: Kurzgeschichten zu Vincis Schau, verfasst von den Schweizer Autorinnen Judith Keller und Maya Olah, Allison Grimaldi Donahue sowie der georgischen Autorin Anna Kordsaia-Samadaschwili.

Salome Hohl, Direktorin des Cabaret Voltaire, lässt sich von der Ausstellung von Ilaria Vinci inspirieren und hält den Vortrag «Dada Phoenix, oder was wir mit Dada lernen können». Sie zieht Parallelen von der Vergangenheit in die heutige Zeit und analysiert, welche Probleme und Chancen wiederkehren und welche künstlerischen Antworten zu beobachten sind. Im Anschluss findet ein Gespräch zwischen Ilaria Vinci, Salome Hohl und jungen georgischen Künstler:innen statt.

Film

2.4.–10.4.2023 / Amirani Cinema Tbilissi

CH-Filme: Meilensteine & neue Filme

Am Sonntag, 2. April wird im Kino Amirani eine Reihe mit 12 ausgewählten Spielfilmen von Schweizer Regisseur:innen eröffnet. Einige der Filmschaffenden werden anwesend sein und über ihre Filme sprechen.
Die Reihe umfasst Meilensteine des Schweizer Films der letzten 50 Jahre, aber auch ganz neue Produktionen, die Einblick in das aktuelle Filmschaffen geben. Das in Tbilissi präsentierte Programm möchte nicht nur einen kleinen Ausschnitt aus der reichen Deutschschweizer Spielfilmproduktion zeigen, sondern soll gleichzeitig auch Facetten des Schweizer Alltags und der Schweizer Geschichte vermitteln. Für die Kinder wird die neueste Verfilmung des Kinderbuchklassikers «Heidi» gezeigt. Geplant sind einige Workshops für angehende georgische Filmschaffende.

Corinne Siegrist-Oboussier hat in Zusammenarbeit mit SWISS FILMS das vorliegende Programm kuratiert. Nach dem Studium leitete sie das Stadtkino Basel und von 2005–2021 das Filmpodium Zürich. Eines ihrer letzten Programme vor ihrer Pensionierung war die Reihe «Georgische Filmemacherinnen» im Rahmen des 1. Festivals «Brücke Zürich-Tbilissi» im Herbst 2021.

Literatur

3.4.2023 / Writers' House of Georgia

Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte

Friedrich Dürrenmatt ist der gosse Schweizer Romancier, Dramatiker und Essayist. Ulrich Weber, Biograph und Kurator des Dürrenmatt-Nachlasses, führt anhand von Dokumenten und Fotos aus dem Nachlass durch «Friedrich Dürrenmatts Kosmos», sein Leben und Werk als erfolgreicher Dramatiker des Grotesken, humoristischer Erzähler, philosophischer Essayist und apokalyptischer Zeichner. Er stellt ebenso Dürrenmatts Auseinandersetzung mit Naturwissenschaft und Mythologie dar wie sein politisches Engagement für eine freie und gerechte Welt. 2018 erschien seine dramatische Ballade «Minotaur» im «Diogene» Verlag auf Georgisch, es findet eine Diskussion mit der Übersetzerin Maja Badridze und Ulrich Weber statt. Im Anschluss Vorführung des Films «Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte» und Gespräch mit der Regisseurin Sabine Gisiger. «Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte» sei auch ihre eigene Liebeserklärung an Dürrenmatt und sein Werk, sagt Sabine Gisiger. «Die Art und Weise, wie er über die Welt nachdenkt, finde ich absolut faszinierend. Und faszinierend ist auch, dass das, was er über die Welt im 20. Jahrhundert gesagt hat, auch im 21. noch gilt.»

Architektur

4.4.2023 / TBC Concept Tbilissi

Schweizer Architektur – kritische Aspekte einer Erfolgsgeschichte.

Objekte und Inseln

Die Erneuerung der Schweizer Architektur fand ab den späten Achtziger Jahren und im deutschsprachigen Landesteil statt. Bald international spürbar, feierten ihre Vertreter erste Erfolge weniger in städtischen Kontexten als in Landschaften und urbanen Peripherien. Fernab von musealisierten Stadtzentren produzierten jüngere Büros wie Peter Zumthor, Herzog & de Meuron oder Gigon Guyer ihre «stummen» Objekte.

Eine Tendenz zur Isolation und Selbstreferenzialität machte sich auch nach der Jahrtausendwende bemerkbar, als die Transformation zur postindustriellen Stadt zur zentralen Aufgabe für Architekt:innen, Stadtplaner:innen und Investor:innen wurde. So entstanden in Zürich auf umgenutzten, privaten Arealen grosse Objekte mit eigenen Innenwelten, doch geringer Interaktion nach aussen – so wie die 2014 eröffnete Kunsthochschule von EM2N Architekten, der sich der Vortrag «Objekte und Inseln» von André Bideau widmen wird.

Nach dem Vortrag: Filmvorführung 19:35–21:00
«Architektur der Unendlichkeit» (85’) von Christoph Schaub

10.4.2023 / Amirani Cinema Tbilissi

Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings

Ein humorvoller Dokumentar-Essay, der Raumgebrauch, Wohnen, Stadtentwicklung, Dichte, Fremdenfeindlichkeit und Gentrifizierung thematisiert. Dabei verschreibt sich das Projekt einem autobiografischen Zugriff: Der grosse Bogen sind diverse Wohnsituationen des Autors, begonnen mit der Kindheit am Zürichberg, über besetzte Häuser, WGs und Yuppie-Wohnungen, bis hin zu Behausungen in Grossstädten wie Tiflis, São Paulo und Mexiko-Stadt. (Swissfilms.ch)

Film-Trailer

Musik

8.4.2023 / Theatre Company Haraki

Evelinn Trouble

Evelinn Trouble, Sängerin, Songwriterin, Produzentin und visuelle Künstlerin. Troubles Werk beschäftigt sich mit der verworrenen und komplexen Realität des menschlichen Daseins. Kritiker:innen haben sie mal als das uneheliche Kind von Thom Yorke und Patti Smith bezeichnet. Die Beschreibung trifft ins Schwarze, denn Troubles Musik vereint stilistische Innovation mit einer rohen, rebellischen Energie. Evelinn Trouble wurde in Zürich in in eine musikalische Familie hineingeboren; die Mutter ist professionelle Jazzsängerin und Gesangslehrerin.

Weitere Informationen:

www.zuerich-tbilissi.ch


Das Festival dankt herzlich seinen Förderern


Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

Stiftung Corymbo

Max Kohler Stiftung

Stiftung Temperatio

Verein der Freunde Georgiens

Georgisches Nationales Filmzentrum

Tbilisi City Hall

Mit Unterstützung einer weiteren Stiftung